Dem Artenschutz auf der Spur: 3 besondere Natur-Erlebnisse im Ammerland Bild: David Levinson von Pexels

Dem Artenschutz auf der Spur: 3 besondere Natur-Erlebnisse im Ammerland

Heute, am 22. Mai, feiert die Welt den Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Ein perfekter Anlass, um vor unserer eigenen Haustür genauer hinzusehen. Denn das Ammerland hat weit mehr zu bieten als die bekannten, gut gepflegten Kulturlandschaften. Zwischen Flussauen, Mooren und historischen Gärten verstecken sich Lebensräume für seltene Pflanzen und bedrohte Tierarten.

Wir nehmen dich mit zu drei besonderen Orten im Ammerland, an denen der Artenschutz aktiv gelebt wird und die du am Wochenende wunderbar selbst entdecken kannst!

Station 1: Wildnis am Wasser – Das Naturschutzgebiet „Aper Tief“

Unsere erste Station führt uns in den Nordwesten des Landkreises, in die Gemeinde Apen. Hier liegt das seit 1994 unter Naturschutz stehende Naturschutzgebiet „Aper Tief“ – ein 75 Hektar großes Juwel zwischen den Ortschaften Apen und Augustfehn.

Weil das Gewässer den Gezeiten unterliegt, entsteht hier eine ganz dynamische Flussauenlandschaft mit Flusswatten, Auenwäldern und Feuchtbiotopen, die gleichzeitig als ungeregelte Retentionsfläche dem Hochwasserschutz dient.

  • Was gibt es zu entdecken? Auf den dauerhaft vernässten Flächen breiten sich prächtige Röhrichte (wie Rohrkolben und Wasserschwaden) sowie Seggenrieder aus. Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du botanische Besonderheiten wie die Sumpfdotterblume, den Großen Wiesenknopf, das Wasser-Greiskraut, die Lorbeer-Weide oder seltene Binsenarten wie die Nadel-Sumpfbinse.
  • Ein Paradies für Vögel: Das Gebiet ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche bedrohte Vogelarten – darunter Uferschnepfe, Bekassine und Rotschenkel.
  • Dein Ausflugstipp: Für die perfekte Naturbeobachtung musst du die sensiblen Flächen gar nicht betreten. Im Süden des Gebietes stehen dir zwei Aussichtsplattformen direkt an der am Deich verlaufenden Straße zur Verfügung. Ein weiterer toller Aussichtspunkt befindet sich auf einem Pumpwerk am Nordufer bei Augustfehn.

Station 2: Gemeinsam fürs Moor – MoorIA (Moor Initiative Ammerland)

Das Ammerland gehört zu den moorreichsten Landkreisen Deutschlands. Moore speichern riesige Mengen Kohlenstoff, schützen vor Dürre sowie Überschwemmungen und sind echte Hotspots der Artenvielfalt – allerdings nur dann, wenn sie nass sind! Weil durch Entwässerung und Nährstoffeinträge viele Moore von Gehölzen überwuchert werden und austrocknen, setzt sich die MoorIA (Moor Initiative Ammerland) tatkräftig ein.

  • Wer steckt dahinter? Die MoorIA ist eine Initiative unter dem Dach der BUND Kreisgruppe Ammerland. Hier arbeiten engagierte Menschen aus Naturschutz, Wissenschaft und Politik zusammen, um über die Bedrohung der Moore aufzuklären, politische Aufmerksamkeit zu generieren und konkrete Wiedervernässungs-Vorhaben anzuschieben.
  • Dein Ausflugstipp: Um zu verstehen, warum nasse Moore so schützenswert sind, kannst du die Ammerländer Moore (wie das Naturschutzgebiet Barkenkuhlen in Rastede oder das Große Engelsmeer in Bad Zwischenahn) bei einem geführten Rundgang erkunden.

Station 3: Gemeinschaft und Vielfalt – Der Küchengarten Jaspershof in Westerstede

Artenschutz und Nachhaltigkeit fangen im Kleinen an – zum Beispiel beim Anbau unserer Lebensmittel. Wie biologisch-gesunder Gemüseanbau, der Schutz von Natur, Boden und Grundwasser sowie eine starke Gemeinschaft zusammenpassen, zeigt der Küchengarten Jaspershof e.V. in Westerstede.

  • Das Konzept: Hier gärtnert man zusammen! Der Verein vereint Menschen mit und ohne Vorerfahrung in verschiedenen Themengruppen – von Gemüse, Kräutern, Obst, Rosen und Stauden bis hin zu Kompost und Angeboten für Kinder. Das gemeinsame Anpacken steht im Vordergrund, denn „unter Gartenfreunden duzt man sich – so gärtnert es sich einfacher!“
  • Dein Ausflugstipp: Der Küchengarten am Jaspershof (Zum Stiftungspark 27) ist zu jeder Zeit geöffnet und frei zugänglich! Du kannst einfach das Tor aufmachen, hineingehen und alles in Ruhe ansehen (beim Verlassen das Tor wegen der Rehe nur bitte wieder schließen). Wenn du die Gärtnerinnen und Gärtner im Einsatz erleben oder dich austauschen möchtest, besuche den Garten am besten zu den offiziellen Gartentagen, diese findest du hier auf der Homepage.

Dein Beitrag zum Tag der Artenvielfalt

Ob das Entdecken seltener Flussauen-Pflanzen am Aper Tief, das Lernen über die Bedeutung nasser Moore oder das Sammeln von Inspirationen im Westersteder Küchengarten: Der 22. Mai lädt uns ein, die Vielfalt der Natur direkt vor unserer Haustür zu schätzen und zu schützen.


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