Wer kennt sie nicht? Wenn es abends dämmert, raschelt es im Gebüsch und ein kleiner, stacheliger Gartenbewohner geht auf Nahrungssuche. Doch unsere heimischen Igel haben es zunehmend schwerer. Schwindende Lebensräume, Insektensterben und moderne Gefahren im Garten machen ihnen das Leben nicht leicht.
Glücklicherweise gibt es im Ammerland engagierte Netzwerke und einfache Möglichkeiten, wie jede und jeder von uns zum Igelschutz beitragen kann. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wer vor Ort hilft, welche unsichtbaren Gefahren lauern und wie ihr sogar per Smartphone-App zur Igelforschung beitragen könnt!
Starke Allianz im Ammerland: Rasteder Igelhilfe & Wildtierrettung
Wenn ein Igel in Not gerät, ist schnelle und fachkundige Hilfe entscheidend. Im Landkreis Ammerland arbeiten ehrenamtliche Kräfte Hand in Hand:
- Rasteder Igelhilfe: Das spezialisierte Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, verletzte, kranke oder verwaiste Igel aufzunehmen, gesund zu pflegen und fachgerecht wieder auszuwildern. Neben der intensiven Pflege leistet der Verein wertvolle Öffentlichkeitsarbeit zum Igelschutz, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere zu schärfen (rasteder-igelhilfe.de).
- Wildtierrettung Wilde Herzen Ammerland e.V.: Die Wildtierrettung ist oft als erstes vor Ort, wenn Tiere gerettet werden müssen. Ein Beispiel-Fall: Ein kleiner Igel gerät in einen ungesicherten Kellerschacht und sitzt fest. Dank der engen Kooperation im Ammerland können solche Fundtiere nach der Bergung nahtlos an die ExpertInnen von Wildtierpflegestellen wie der Rasteder Igelhilfe übergeben werden (wildtierrettung-ammerland.de).
Wichtig: Wann braucht ein Igel Hilfe? Igel sind nachtaktive Wildtiere. Ein Igel, der tagsüber herumläuft, ist fast immer ein Alarmzeichen. Typische Notfälle sind sichtbare Verletzungen, starker Befall mit Fliegeneiern oder Maden, torkelnder Gang, anhaltendes Husten/Atemnot oder verwaiste Igelbabys.
Die große Gefahr für die kleinen Gartenbewohner: Mähroboter nur tagsüber einsetzen!
Ein perfekt gepflegter, englischer Rasen – für viele die einen Garten haben ein Traum, für den automatische Mähroboter oft Tag und Nacht im Einsatz sind. Genau hier liegt jedoch eine der grausamsten Gefahren für den Igel.
Der Landkreis Ammerland warnt erneut ausdrücklich vor den nächtlichen Fahrten der Roboter. Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zu einer Kugel zusammenrollen, werden sie von den Messern der Roboter oft überrollt und grausam verletzt oder getötet. Besonders tragisch: Im Sommer trifft es häufig Igelmütter auf Nahrungssuche, wodurch deren Jungtiere im Nest verhungern.
Der dringende Appell der Unteren Naturschutzbehörde: Lasst Mähroboter ausschließlich tagsüber unter Aufsicht laufen. Nachts und in den Dämmerungsstunden gehören die Geräte abgeschaltet, um den stacheligen Nachtschwärmern einen sicheren Streifzug zu ermöglichen (ammerland.de).
Werdet zu Igelforschern: Die bundesweite „Igel-Challenge“
Ihr wollt den Igeln helfen, ohne selbst eine Pflegestelle zu leiten? Dann werdet Teil eines riesigen Citizen-Science-Projekts! Der Verein Pro Igel e.V. hat gemeinsam mit dem BUND Naturschutz die langfristige „Igel-Challenge“ ins Leben gerufen (pro-igel.de).
Da Igel in vielen Regionen seltener werden, fehlen genaue Daten über die Bestände. Hier kommt ihr ins Spiel: Ladet euch die kostenlose App ObsIdentify (oder nutzt die Plattform Observation.org) herunter und fotografiert Igel, die euch im Garten oder beim Spaziergang begegnen. Das Beste daran: Es ist ein spielerischer Wettbewerb! Wer fleißig Igel meldet, kann tolle Preise wie Igel-Sachbücher oder Bausätze für Igelhäuser gewinnen. Wichtig dabei: Die Igel dürfen für das Foto nicht gestört oder angefasst werden.
Fazit: Jeder Beitrag zählt!
Der Igelschutz beginnt direkt vor unserer Terrassentür. Indem wir Kellergitter absichern, Laubhaufen im Herbst liegen lassen, Mähroboter nachts pausieren lassen und Sichtungen fleißig per App melden, sichern wir das Überleben der sympathischen Wildtiere im Ammerland.






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