AmmerländerInnen meinen oft, dass sie schon alles aus der Region kennen. „Ich habe schon alles hier gesehen und jede Geschichte gehört“, wird behauptet. Doch seit wir den AmmerlandBlog gestartet haben ist uns eines klar geworden: Wir haben noch längst nicht alles gesehen, gehört, geschmeckt, gerochen und gefühlt was es im Ammerland an Sinneseindrücken gibt. Aus diesem Grund haben wir uns für eine kleine Blogreihe entschieden: Das Ammerland mit allen Sinnen. Wir haben bereits das Ammerland gesehen, gehört, geschmeckt und gerochen. Heute folgt der Tastsinn.
Mit den Fingern sehen
Der Tastsinn ist ein Sinnesorgan, das uns die Wahrnehmung von Berührungen, Druck, Vibrationen, Wärme und Kälte ermöglicht. Er ist wichtig für unsere Orientierung, für die Nahrungsaufnahme und für soziale Kontakte. Der Tastsinn wird von Sinneszellen in der Haut wahrgenommen. Die frei in der Haut gelegenen Sinneszellen reagieren auf Schmerz, Wärme und Kälte. Die Tastkörperchen reagieren auf Berührungen und Druck. Der Tastsinn ist besonders für Menschen mit Sehbehinderung sehr wichtig. Denn Blindenschrift oder Blindenzeichen, können Barrieren abbauen.
Das Tastmodell in Bad Zwischenahn
Um auch Menschen mit Sehbehinderung die Möglichkeit zu geben, den Ort Bad Zwischenahn und seine Umgebung kennenzulernen, hat der Touristik-Service am Meer ein Tastmodell von der Gemeinde erstellen lassen. Es steht an der Adresse Am Hohen Ufer 24 in Bad Zwischenahn und ist etwa ein Quadratmeter groß. Das Tastmodell aus Zinnbronze ist im Maßstab 1:4000 gehalten und zeigt neben dem Zwischenahner Meer auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde. Dazu gehören unter anderem das Alte Kurhaus, der Park der Gärten, die Mühle im Freilichtmuseum, die St. Johanniskirche und das Reha-Zentrum am Meer.
Mühevolle Handarbeit für eine bessere Orientierung
Um Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung zu erleichtern, sind die einzelnen Sehenswürdigkeiten mit Erhebungen und Rillen versehen. Zusätzlich gibt es eine Legende in Blindenschrift (Brailleschrift), die alle ertastbaren Objekte beschreibt. Die mühevolle Erstellung des Tastmodells in Handarbeit erfolgte in Zusammenarbeit mit Betroffenen des Blindenverbandes Niedersachsen. Künstler Felix Brörken, der gemeinsam mit seinem Vater Egbert Brörken bereits hunderte Stadtmodelle aus Bronze in ganz Deutschland und in diversen Nachbarländern erstellt hat, war für die Umsetzung verantwortlich.
Tastmodelle in Westerstede
Auch in der Kreisstadt Westerstede gibt es Tastmodelle. Das eine Glasmosaik, welches du am hinteren Gebäudeteil des Rathauses findest, zeigt Westerstede in den Jahren 1815, 1840 und 2006. Außerdem gibt es ein weiteres Mosaik am Amtsgericht in der Wilhelm-Geiler Straße in Westerstede.
Wir finden, dass dieses Tastmodell ein tolles Beispiel für barrierearmen Tourismus ist und dass es für alle, sowohl für Menschen mit als auch ohne Beeinträchtigung, sowie TouristInnen und Einheimische interessant und ein tolles Erlebnis bietet, ein Stück Ammerland zu fühlen und zu erkunden.






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