Das Ammerland mit allen Sinnen – Hören

AmmerländerInnen meinen oft, dass sie schon alles aus der Region kennen. „Ich habe schon alles hier gesehen und jede Geschichte gehört“, wird behauptet. Doch seit wir den AmmerlandBlog gestartet haben ist uns eines klar geworden: Wir haben noch längst nicht alles gesehen, gehört, geschmeckt, gerochen und gefühlt was es im Ammerland an Sinneseindrücken gibt. Aus diesem Grund haben wir uns für eine kleine Blogreihe entschieden, die wir heute beginnen wollen: Das Ammerland mit allen Sinnen. Wir erkunden unsere schöne Gegend für euch mit jedem Sinn einzeln und berichten euch davon – Wir starten mit dem Hörsinn!

Wer suchet, der findet

Als wir recherchierten, was es im Ammerland so zu hören gibt, sind wir auf ein ausgebautes Hörstationen-System im Ammerland gestoßen, welches vom Landkreis Ammerland, Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) „Mittleres Ammerland“, Europa fördert Niedersachen und der EWE zur Verfügung gestellt wurde. Dazu findest du im gesamten Ammerland insgesamt 27 Hörstationen in Form von grünen, aufgestellten Schildern. Darauf ist eine Telefonnummer zu finden, die du anrufst und dort die Stationsnummer eingibst. Und sofort hörst du Geschichten und Erzählungen zu dem Ort an dem du gerade bist. Also ein großer Audio-Guide quer durchs Ammerland.

Neue Orte kennenlernen

Wohl jede/r AmmerländerIn kennt sich sehr gut in der Gemeinde aus, in der man wohnt. Und auch die eine oder andere Nachbar-Gemeinde ist gut bekannt. Aber genauso gibt es immer diese eine Gemeinde im Ammerland, in der man noch nie richtig war oder höchstens einmal hindurchgefahren ist. Für uns ist das Wiefelstede. Bisher hatten wir nur wenig Berührungspunkte mit der Mitte des Ammerlandes und das wollten wir ändern: Vier von den 27 Hörstationen im Ammerland befinden sich direkt in Wiefelstede – ein gutes Testgebiet, dachten wir. Deswegen entschieden wir uns drei davon zu besuchen und so diesen Ort zu mit den Ohren kennen zu lernen.

Station 19 – Hügelgrab

Unser erster Stopp war das Hügelgrab am Wemkendorfer Weg. Hier wurde eins von vielen Hügelgräbern im Norden Deutschlands aus der Bronzezeit erhalten. Die Grabbeigaben waren besonders und wenn auch nicht so üppig wie bei den Ägyptern, doch sehr spannend. Ein Kunstwerk hier am Wemkendorfer Weg erinnert an die Gräber und Ihre Besonderheit. Nachdem wir diese Informationen durch eine Plakette neben dem Kunstwerk erfuhren, sahen wir auch schon die grüne Hörstation und riefen bei der Nummer an – einfach und unkompliziert. Der Audio Guide spricht ca. 2,5 Minuten und wir erfahren in welcher Zeit die Gräber entstanden sein könnten, was das über die Menschen und ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihre religiösen Ansichten aussagen kann. Der Guide ist kurz, informativ und sowohl vergangenheits- als auch gegenwartsbezogen – wir sind begeistert und ziehen weiter zu unserem nächsten Ziel.

Hügelgrab in Wiefelstede

Station 20 – Museen

Nur ungefähr 1,5 Kilometer weiter stehen wir erneut vor einer der grünen Tafeln. Dahinter steht ein großes, hell-gestrichenes Haus: Das Heimatmuseum von Wiefelstede. Leider hat das Museum zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen, aber für uns kein Problem: Denn der Audio Guide kennt keine Öffnungszeiten. Also nehmen wir wieder unser Handy raus und drücken auf die Wahlwiederholung. Hier erklärt uns der Guide wie der Heimatverein entstanden ist, warum und wie dieses Haus zum Museum wurde und was der Verein in der Gegenwart für die Gemeinde bedeutet. Wieder rund 2,5 Minuten später setzen wir uns kurz in den Schatten auf dem Hof, trinken etwas und sprechen über das eben Gehörte, bevor es weiter zu unserem letzten Ziel geht.

Heimatmuseum in Wiefelstede

Station 21 – St. Johannes-Kirche

Nur eine Seitenstraße weiter und ca. 300m entfernt kommen wir an unsere dritte Hörstation. Vor uns ragt die St. Johannes Kirche in Wiefelstede in den Himmel. Rund herum liegt der Friedhof, der sich an dem heutigen Sommertag friedlich und sonnig präsentiert. Wir laufen durch ein Tor und folgen einem Pfad rund um die Kirche. Wir sehen den Glockenturm und das prächtige Kirchenschiff, doch eines können wir nicht entdecken: Die grüne Tafel der Hörstation. Nach einer zweiten Runde um die Kirche bleiben wir beim Glockenturm stehen und schauen auf das Gebäude. Vielleicht ist die Station in der Kirche? Doch aus unserer Sicht haben eingeschaltete Handys in der Kirche nichts zu suchen, weshalb wir der Vermutung nicht nachgehen. Aber auch ohne grüne Tafel können wir diesen Ort mithilfe der Hörstation kennen lernen. Denn alle Audio Spuren sind auch auf der jeweiligen Unterseite der Hörstation auf der Ammerland Touristik Webseite zu finden. Wir öffnen also den Browser und nur zwei Minuten später können wir auch hier die Geschichte der Kirche hören. Wir erfahren innerhalb von rund vier Minuten etwas über die Entwicklung des Christentums im Ammerland, Interessantes über die Architektur der Kirche sowie von einer Geschichte darüber, wie durch einen kleinen Betrug die Kirchenorgel bezahlt werden konnte.

St. Johannes Kirche in Wiefelstede

Neues gehört, Schönes entdeckt

Drei Stationen, drei Orte und viele Geschichten. Uns hat dieser Ausflug nach Wiefelstede richtig Spaß gemacht und wir finden, auch als AmmerländerIn kann man auf diese Weise neue und alte Geschichten der Region hören, die einem bisher unbekannt waren. Außerdem liegen viele der Hörstationen in den Gemeinden oft gar nicht weit auseinander, sodass man das Ganze auch mal als einen schönen, informativen Spaziergang durch einen Ort gestalten kann.

Eine Auflistung aller Hörstationen im Ammerland findest du hier.

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